Social Media in der Wertschöpfung

Verschiedene Studien bestätigen immer wieder die zunehmende Nutzung von Social Media durch Unternehmen. Es zeigt sich aber auch immer noch eine große Unsicherheit, wie Social Media in Unternehmen eingesetzt werden können, wie dieser Einsatz organisiert wird und wie man den Erfolg misst (siehe auch unser Fazit von der NextCC). Eine weitere wichtige Frage stellt sich nach dem geeigneten Personal. Diese Probleme thematisiert auch unser Dozent Mirko Lange in seinem aktuellen Beitrag für die t3n, den er auch auf seinem Blog zur Verfügung gestellt hat. Wir können seine Ausführungen nur bekräftigen.

Aus dem Beitrag wird sehr gut deutlich, dass Social Media mehr als nur ein weiterer Marketingkanal sind, sondern auch in vielen anderen Unternehmensfeldern eingesetzt werden können. Mirko Lange visualisiert das in einem Wertschöpfungskreis.


Wir würden diesen Ansatz sogar noch weiter fassen und die Einsatzmöglichkeiten auf weitere Unternehmensfunktionen ausweiten.Nach dem Prinzip der kundenintegrierten oder interaktiven Wertschöpfung (Reichwald/Piller 2009) lassen sich Kunden (und Mitarbeiter) in nahezu alle Bereiche der Wertkette integrieren. Neben den Aspekten des Beziehungsmanagements und der Stärkung der Marke, die sich bei uns unter der Unternehmenskommunikation sowie im Social Commerce und im Community Management wiederfinden, beleuchten wir in unserer Ausbildung auch Themen am Beginn der Wertschöpfungskette wie die Produktentwicklung und das Produktdesign durch Open Innovation/ Co-Creation und Mass Customization.

Für die gemeinsame Entwicklung von Produkten mit Kunden lassen sich Social-Media-Instrumente hervorragend einsetzen, wie es auch schon von verschiedenen Unternehmen praktiziert wird. In seiner eLecture verweist unser Dozent Steffen Hück beispielsweise auf eine Aktion von der Swarovsky-Tocher Enlightened, in der Uhren-Designs mit Swarovsky-Steinen von Kunden entwickelt worden sind.

Auch die Beobachtung von Trends und Kundeninteressen mittels Social-Media-Monitoring und -Marktforschung liefert einen entscheidenden Beitrag für die Entwicklungsabteilungen der Unternehmen, der sich in der Wertschöpfung auszahlt.

Gerade im Bereich der Personalwirtschaft scheint sich das Employer Branding und Social Recruiting immer mehr durchzusetzen und diese Wertschöpfungsaktivität wird 2011 nach dem Marketing einen weiteren Schwerpunkt des Social-Media-Einsatzes bilden. Die Zahl der Facebook-Karriere-Seiten und der ausgeschriebenen Stellen in diesem Bereich wächst stetig. Nicht nur werden Mitarbeiter über Social Media rekruitiert, sondern die eigenen Mitarbeiter werden als Aushängeschild für ihre Firmen genutzt. Auch die Qualifikationsmöglichkeiten der Mitarbeiter erfahren durch das eLearning2.0 ganz neue Potentiale. Unser Ausbildungsangebot geht mit seinem Konzept des Virtual Collaborative Learning (VCL) neue Wege in diesem Bereich, die sich auch für die (inner-)betriebliche Weiterbildung nutzen lassen.

Auf der Managementebene sind die Führungskräfte neben der Entwicklung von Strategien auch gefragt, ihre Führungsstile den Möglichkeiten des web2.0 anzupassen. Das birgt zwar die Gefahr einer Verflachung der Hierarchien in Unternehmen, verbessert aber auch die Kommunikationswege zwischen Managementebene und Mitarbeitern, wie unser Dozent Prof. Dr. Peter M. Wald in seiner eLecture nahelegt. Ebenso kann die Kommunikation unter den Mitarbeitern durch Social Intranets und die Wissensorganisation in Unternehmen durch bspw. Wikis oder Sharing-Dienste vereinfacht werden.

Die Erkenntnis, dass eine Öffnung der Unternehmensprozesse und der festgefahrenen Hierarchien und Abstimmungsprozesse für Mitarbeiter und Kunden im Sinne der interaktiven Wertschöpfung einen gewinnbringenden Beitrag leistet, sollte mit der Entscheidung für ein Engagement in Social Media einhergehen. Hier kommt die Notwendigkeit des Miteinanders zum Ausdruck, die Mirko Lange als den “Faktor Mensch” bezeichnet.

Schreibe einen Kommentar

Additional comments powered by BackType