Im letzten Blogeintrag haben wir die Möglichkeiten der interaktiven Wertschöpfung im Bereich der Produktentwicklung vorgestellt. Dieser Beitrag schließt sich mit dem Einsatz im Bereich der Produktion und Produktdesign an. Über Möglichkeiten zur Produktindividualisierung (Mass Customization) können sich die Kunden stärker mit dem Produkt identifizieren. Der Schritt vom Schokoladenbaukasten-System der Open-Innovation-Gruppen hin zur Mass Customization ist ein leichter: sobald die individuell zusammengestellten Tafeln auch bestellt werden können, hält der Kunde sein individuelles Produkt in den Händen.
Dennoch hat sich keine der drei Gruppen für diese Lösung entschieden. Die Gruppe “Team Unikat” begründet diese Entscheidung mit der aufwändigeren Produktion und den dadurch entstehenden Mehrkosten. Sie entscheidet sich deshalb für eine “kleinere” Variante der individuellen Schokoladenzusammenstellung, in dem sie den Kunden kleine Täfelchen des Produktsortiments individuell in einer “XoC-Box” zusammenstellen und bestellen lässt. Die beiden anderen Gruppen entscheiden sich für ein individualisiertes Verpackungsdesign. Dabei konzentrieren sich alle Gruppen auf wenige Kanäle und stützen ihre Strategie hauptsächlich auf einen Blog, um umfangreiche Geschichten und Inhalte darbieten zu können.
Die Gruppe “Team Unikat” begleitet ihre “XoC-Box” mit einer fiktiven Repräsentationsfigur aus der Abteilung. Diese soll aus dem Alltag berichten und der “Erfinder und größte Fan” der XoC-Box sein. Im Blog berichtet er über Zusammenkünfte mit Kunden sowie Erfahrungen im Unternehmen und auf Messen. Die “Xoc-Box” liefert Produkte aus dem bestehenden Sortiment in kleiner Größe und bietet damit die Möglichkeit, sich die “Pralinen-Täfelchen” individuell zusammenzustellen.
Die Gruppe “XoCus” geht da einen radikaleren Weg. Sie will zunächst das bestehende Produktsortiment mit einer Kundenabstimmung aufräumen und weniger beliebte Sorten aussortieren, um sich stärker dem Thema Umweltbewusstsein & Gesundheit auch mit Hilfe des Produktsortiments widmen zu können. Anschließend will sie die neue Produktlinie “Ursprung” welche sich auf das Ursprunsland der Kakaobohne bezieht und unterschiedlichen Kakaogehalt aufweist auf den Markt bringen. Zu dieser Linie soll die Verpackung aus vorgegebenen Mustern ausgewählt werden können. Es besteht auch die Möglichkeit, eigene Designs einzureichen. Des Weiteren sollen auf jeder Verpackung Hinweise auf Spendenaktionen für das jeweilige Ursprungsland platziert werden, um die Fair-Trade-Ausrichtung des Unternehmens zu unterstreichen.
Die Gruppe “Glanzlichter” stellt ihren Kunden das Verpackungsdesign völlig frei. Sie können diese mit eigenen Fotos und Textbeiträgen gestalten und bestellen. Die erstellten Designs können anschließend von der Community bewertet, kommentiert und ebenfalls bestellt werden.
Im Bereich der Mass Customization geht es nach Abwägung der dadurch entstehenden Mehrkosten in der Produktion wie bei der Open Innovation vor allem darum, welchen Gestaltungsfreiraum das Unternehmen den Kunden bieten möchte. Von völlig frei bis zum Baukastenprinzip sind die Möglichkeiten der Vorgabe fließend.





Dezember 2nd, 2011 - 2:16 pm
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